Wie funktioniert der Strommarkt in Deutschland?
Der Strommarkt in Deutschland ist ein gut strukturiertes System, in dem jeder Verbraucher das Recht hat, seinen Anbieter je nach Preis, Service und Vertragsbedingungen frei zu wählen.
An der Stromversorgung sind zwei wichtige Unternehmen beteiligt:
Netzbetreiber — Betreiber des Stromnetzes
Der Netzbetreiber ist das Unternehmen, das die elektrische Infrastruktur verwaltet:
- die Stromnetze;
- die Kabel;
- die Zähler;
- die Energieverteilung;
- die Verbrauchsablesung.
Jede Region hat ihren eigenen Netzbetreiber, und dieser kann vom Kunden nicht gewechselt werden.
Der Betreiber ist für die technische Funktion und Stabilität des Stromnetzes verantwortlich.
Stromversorger — Anbieter von elektrischer Energie
Der Anbieter kauft Strom auf dem Energiemarkt und verkauft ihn an Endverbraucher.
Der Kunde kann:
- den Anbieter frei wählen;
- Angebote vergleichen;
- das Unternehmen wechseln;
- bessere Vertragsbedingungen aushandeln.
In Deutschland gibt es Hunderte von Stromanbietern.
Was enthält die Jahresabrechnung?
Die Jahresrechnung enthält zwei Hauptkosten:
Arbeitspreis
Der Preis für jede verbrauchte Kilowattstunde (kWh).
Grundpreis
Die feste jährliche Gebühr für Netzbetrieb und Verwaltungsdienstleistungen.
Diese Kosten beinhalten:
- Energieabgaben;
- Netzentgelte;
- Umweltabgaben;
- Mehrwertsteuer.
Wichtige Begriffe
Verbrauch
Der jährliche Stromverbrauch in kWh.
Kundennummer
Die Kundennummer beim Stromanbieter.
Zählernummer
Die Nummer des Stromzählers.
Abschlag / Monatliche Zahlung
Die geschätzte monatliche Zahlung.
Wie wird die monatliche Zahlung berechnet?
95= 12 (0.299×3500)+86.90
Beispiel:
- Arbeitspreis: 29,9 Cent/kWh
- Jahresverbrauch: 3500 kWh
- Grundpreis: 86,90 €
Jahresberechnung:
- 3500 × 0,299 € = 1046,50 €
- 1046,50 € + 86,90 € = 1133,40 €
- 1133,40 € ÷ 12 Monate = 94,45 €
Die monatliche Zahlung beträgt ungefähr 95 €.
Worauf sollte man bei der Wahl des Anbieters achten?
Immer überprüfen:
- den Preis pro kWh;
- die feste Jahresgebühr;
- die Vertragslaufzeit;
- die Kündigungsfrist;
- ob Boni angeboten werden;
- ob der Preis garantiert ist;
- die Qualität des Kundenservices;
- die Zahlungsmethoden;
- den Ruf des Unternehmens.
Paketverträge — Vorsicht
Einige Unternehmen bieten „Fixpakete“ an.
Diese können riskant sein:
- wenn Sie weniger verbrauchen → wird die Differenz möglicherweise nicht zurückerstattet;
- wenn Sie mehr verbrauchen → zahlen Sie einen höheren Zusatztarif.
Anbieterwechsel
In den meisten Fällen:
- kündigt der neue Anbieter automatisch den alten Vertrag;
- dauert der Wechsel zwischen 1 und 3 Monaten;
- wird die Stromversorgung nicht unterbrochen.
Besondere Situationen
Umzug an eine neue Adresse
Man muss:
- den alten Anbieter informieren;
- den Zählerstand übermitteln;
- einen neuen Vertrag für die neue Adresse abschließen.
Preiserhöhungen
Wenn der Anbieter die Preise erhöht, hat der Kunde das gesetzliche Recht, den Vertrag innerhalb einer bestimmten Frist ohne Strafe zu kündigen.
Wichtig
Wenn ein Anbieter insolvent wird:
- bleibt der Kunde NICHT ohne Strom;
- die Versorgung läuft automatisch über den lokalen Grundversorger weiter.
