Deutschland: So erhalten Sie Internet mit einer Geschwindigkeit von 1 Gigabit pro Sekunde
Glasfaser ist ein Bündel von Kabeln, die so dünn wie ein menschliches Haar sind, aus transparentem Glas bestehen und durch Kunststoff geschützt werden. Daten werden über Lichtsignale übertragen – das ist energieeffizienter und vor allem schneller, erklärt Katrin Kerber, Expertin für Telekommunikation und Internet bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, fachkundig.
„Wenn Sie noch Kupferleitungen haben, die früher für die Telefonkommunikation genutzt wurden, also einen langsamen DSL-Anschluss, dann sollten Sie sehr ernsthaft über die Installation von Glasfaser nachdenken. Zu den unbestreitbaren Vorteilen gehören: die Gewährleistung einer zuverlässigen Bandbreite sowie eine stabile Up- und Download-Geschwindigkeit“, erklärt Kerber.
Geschwindigkeit: 1 Gigabit pro Sekunde
Um konkret zu werden: Der Internetstandard hieß lange Zeit DSL und bot maximal 16 Megabit pro Sekunde, das moderne VDSL schafft bis zu 250 Megabit, und Glasfaser erreicht in der heutigen Version problemlos 1.000 Megabit oder 1 Gigabit. Technisch ist sogar noch mehr möglich.
Glasfaser erfordert ein völlig neues Netz und neue Anschlüsse, die jedoch bei der Erstinstallation günstiger sind als zu einem späteren Zeitpunkt. Laut Verbraucherschützerin Katrin Kerber „lohnt es sich, der Glasfaservereinbarung zuzustimmen, insbesondere wenn auch die Installationskosten übernommen werden. In diesem Fall zahlt der Kunde diese über die Laufzeit seines Vertrags ab.“ „Wird die Entscheidung erst später getroffen, muss man alle Kosten selbst tragen, die sich mitunter im vierstelligen Bereich bewegen können“, fügt sie hinzu.
Gigabit-Strategie bis 2030
Im Rahmen der Gigabit-Strategie soll Deutschland bis 2030 zu einem Land mit einem flächendeckenden Glasfasernetz werden – theoretisch wird ein solcher Internetanschluss dann in jedem Haus verfügbar sein. Bislang sieht die Realität jedoch anders aus: Nach Angaben des Bundesverbandes Breitbandkommunikation konnte Mitte letzten Jahres nur jeder vierte Haushalt einen Glasfaseranschluss erhalten. Spitzenreiter in Deutschland sind Schleswig-Holstein und Hamburg, gefolgt von Berlin und Baden-Württemberg.
Was ist mit Mehrfamilienhäusern?
In Mehrfamilienhäusern gilt folgende Regel: Glasfaser kann auch dann verlegt werden, wenn sich nur eine einzige Mietpartei dafür interessiert. Allerdings benötigen Mieter das Einverständnis des Eigentümers. Vermieter stimmen dem oft zu, da der Wert des Hauses bzw. der Wohnung dadurch steigt, während der Mieter die Kosten für die Vertragslaufzeit trägt.
Wie viel Bandbreite ist ausreichend?
Den Kunden wird empfohlen: Buchen Sie die Bandbreite je nach eigenem Bedarf, da schnellere Leitungen auch mehr kosten. Bei der Telekom beispielsweise kostet der schnellste Anschluss mit 1 Gigabit knapp 80 Euro im Monat, während die nächstkleinere Option mit 500 Megabit pro Sekunde rund 60 Euro kostet – das ist meist völlig ausreichend, und die Haushalte profitieren von der stabilen Glasfasergeschwindigkeit.
